Wir Weiler Minis

St. Tarcisius

Nahe am Anfang der Geschichte des Christentums steht Tarcisius. Er ist einer unter vielen, die sich für Christus begeistert und die Kirche aufgebaut haben. Wir wissen nicht viel  von ihm, eigentlich nur, dass er als Kind oder Jugendlicher zur Zeit der Christenverfolgung gelebt hat und durch Gewalt ums Leben gekommen ist. Eine schwierige Zeit: In der  zweiten Hälfte des dritten Jahrhunderts wurden die Christen in Rom verfolgt. Die römischen Kaiser, die sich selbst als Götter verehren ließen, konnten es nicht ertragen, dass es Menschen gab, die diesen Kult nicht mitmachten und stattdessen zu einem unsichtbaren Gott beteten.

Die christliche Gemeinde traf sich heimlich: In Häusern und unterirdischen Gängen, den Katakomben. Es war lebensgefährlich, als Christ in der Öffentlichkeit erkannt zu werden, denn auch im Volk galten die Christen als Staatsfeinde. Durch Gerüchte und falsche Anschuldigungen wurden sie häufig zu Opfern des Mobs. Damit die Kranken und Gefährdeten auch an der Gemeinschaft und am Brotbrechen der Christen teilhaben konnten, wurde ihnen nach den geheimen Gottesdiensten das heilige Brot gebracht. Die Vorsteher setzten für diese schwierige Aufgabe oft Kinder ein, denn im Trubel des römischen Stadtlebens waren sie am unauffälligsten.

Die Legende erzählt: Nach einem Gottesdienst beauftragte der Bischof den jungen Tarcisius, einer Kranken die Kommunion zu bringen. Der Junge hielt das heilige Brot unter seinem Mantel verborgen und lief los. Tarcisius schlüpfte zwischen den Leuten auf den belebten Straßen hindurch. Als er in eine Seitenstraße einbog, wurde er von mehreren jungen Männern aufgehalten. Sie pöbelten ihn an und bedrohten ihn. Als sie merkten, dass der Junge etwas verborgen hielt, wollten sie dem Geheimnis auf die Spur kommen. Sie entrissen Tarsitius den Beutel mit den Hostien und erkannten, dass sie einen Christen erwischt hatten. Das machte sie recht wütend auf ihr Opfer. Sie hielten Tarcisius fest und schlugen auf ihn ein. Schließlich steinigten sie ihn. Ein römischer Hauptmann entdeckte das Treiben und wollte Einhalt gebieten. Doch es war zu spät, Tarcisius war tot. Der Hauptmann, der selbst heimlich Christ war, brachte den toten Jungen zur Christenversammlung und berichtete vom Überfall und dem Sterben des Tarcisius.

Diese Legende ist der Grund dafür, dass Tarcisius bis heute als Vorbild für Christen gilt: 
Er war mutig und ist für seine Überzeugung eingetreten. Er wollte nicht sterben, aber er hat sein Leben für seinen Auftrag gegeben.

Er wurde zum Patron für alle Kinder und Jugendlichen, die sich im Gottesdienst der Kirche engagieren, besonders für die Ministranten.

 

Tarcisius lebte im 3. Jahrhundert in Rom.
Sein Gedenktag ist der 15. August.

 

Heiliger Tarcisius,

So lang schon ist es her, dass du dein Leben gegeben hast.
Und schwer ist es für uns zu begreifen, wie es für Dich war, Christ zu sein.

So mutig war es von dir, alles für deinen Dienst zu tun
und unverständlich ist es für uns heute, dass du dafür sterben musstest.

So ermutigend ist es zu wissen, dass unser Leben im Dienen sinnvoll wird.

So sagen wir dir, Tarcisius, Danke für dein Leben.

Amen.

 

 

Quelle: www.erzbistum-koeln.de